Destinationsmarketing und Budgetplanung in Krisenzeiten

Was glauben Sie: Sollte bei negativer Besucherentwicklung und schlechteren Prognosen für einen Quellmarkt immer direkt auch das Marketingbudget nach unten korrigiert werden? Wir sind der Meinung, dass es sich zumindest lohnt, darüber zu diskutieren. Am Beispiel Großbritannien möchten wir dies gerne für Sie tun.

Brexit und Investitionen: Budget kürzen oder nicht?

Dass es um den Markt gerade nicht wirklich positiv steht, dürfte jedem schon klar geworden sein: Stagnation der Besucherzahlen, negative Prognosen, die alle anderen Einschätzungen übertrumpfen. Das schwache Pfund belastet die Reisekasse. Bereits jetzt hat der ein oder andere Budgetverantwortliche entschieden, Marketingausgaben zu reduzieren oder denkt zumindest über ein Zurückfahren der Maßnahmen nach. Doch ist das wirklich sinnvoll?

Betrachten wir zunächst die Ausgangslage für den Quellmarkt Großbritannien:

  • Der Grund für die Stagnation der Besucherzahlen ist nicht auf eine grundsätzlich schlechte wirtschaftliche Lage im Markt zurückzuführen, wie das zum Beispiel vor einigen Jahren in Spanien der Fall war.
  • Der britische Markt ist für viele Destinationen ein Volumenmarkt, ein Minus von wenigen Prozent hat bereits signifikante Auswirkungen auf die effektiven Übernachtungszahlen.
  • Eine Besonderheit des durchschnittlichen britischen Reisenden ist, dass er (zumindest sehr häufig) ein fixes Urlaubsbudget anspart oder einen relativ festen Betrag für die Belastung seiner Kreditkarte einplant. Finanzielle Unwägbarkeiten versucht der Reisende – wenn irgendwie möglich – zu eliminieren.

Wenn der britische Quellmarkt in der Gästestruktur Ihrer Destination eine wichtige Rolle spielt, sollten Sie sich also gut überlegen, ob Sie Ihr Budget zurückzufahren. Denn: Aus den Erfahrungen früherer Jahre ist zu erwarten, dass unterm Strich weniger (deutsche) Destinationen im britischen Markt aktiv sein werden. Oder sie zumindest das Budget reduzieren. So ist also die Chance, dass Ihre Botschaft ankommt, grundsätzlich erst einmal größer.

Was können Sie nun also tun, um Ihre britischen Gäste auch in diesen unsicheren Zeiten zu erreichen?

  • Schauen Sie sich die Angebotsstruktur Ihrer Destination genau an. Gibt es Komplettangebote, Verpflegungspauschalen, Gästekarten oder andere Vergünstigungen? Diese ermöglichen dem britischen Gast, bereits vor Antritt der Reise, sein benötigtes Budget besser abzuschätzen. Spielen Sie diese Angebote also präsent über Ihre Kanäle aus.
  • Intensivieren Sie den persönlichen Kontakt zu Reiseveranstaltern – über Fachmessen, Besuche der Reiseveranstalter vor Ort oder direkten telefonischen Kontakt. So erreichen Sie Ihre Endkunden über einen der Zielgruppe vertrauten Partner.
  • Erläutern Sie anhand von Beispielen, warum gerade in Ihrer Destination das in Deutschland bereits gute Preis-Leistungs-Verhältnis sehr gut zu britischen Reisenden und ihren Interessen passt.
  • Intensivieren Sie die Pressearbeit im britischen Markt. Gerade in GB funktionieren skurrile News und deutsch-britische Verknüpfungen gut, die den Zugang zu Ihrer Destination erleichtern. Erzählen Sie die Geschichte spannend und flechten Sie zum Schluss attraktive Preisbeispiele ein.
Blick in die Zukunft: Großbritannien - Brexit - Investition

Sie sehen, es kann sich im Markt Großbritannien trotz der aktuellen Situation lohnen zu investieren. Wägen Sie Ihre Ziele mit den Potenzialen im Markt ab und heben Sie den Blick in die Zukunft. Wie viel mehr wird es Sie an Mühe kosten, in einigen Jahren erneut im Markt einzusteigen?

Sie benötigen Unterstützung in der Umsetzung oder weitere Ideen? Rufen Sie uns an – wir beraten Sie gerne…

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