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Laura Weippert | Februar 2026
Laura Weippert berichtet von ihren Erkenntnissen aus der MosGiTo-Schulung im Februar.
Am 12. Februar hatte ich Gelegenheit an einer sehr interessanten Schulung von Gisela Moser (MosGiTo) teilzunehmen. Der leicht provokative Titel lautete: „Leichte Sprache im Tourismus – Kein Problem dank KI?“. Dies hat mich nicht nur zum Denken angeregt, sondern auch inspiriert einige Erkenntnisse zu teilen.
Beide Formen der Sprache dienen grundsätzlich der Barrierefreiheit sind aber für unterschiedliche Verständnisniveaus konzipiert. In beiden Fällen sind die Begriffe nicht geschützt. Seit 2024 gibt es jedoch eine DIN-Norm für Einfache Sprache (DIN-ISO 24495-1). Einfache Sprache vereinfacht Texte nach gewissen Vorgaben und kann auch als „kindgerechte“ Form von Sprache gesehen werden. Leichte Sprache folgt indes klar definierten Regeln die sich aus der DIN-SPEC 33429 ergeben und vom Netzwerk Leichte Sprache kompakt zusammengestellt wurden. Sie wurde gemeinsam mit Menschen mit Lernbehinderung entwickelt.
Mit unseren Marketingtexten wollten wir in der Kommunikation meist „die breite Masse“ erreichen. Dazu nutzen wir gern unsere Standardsprache, da sie die meisten sprachlichen Variationen von blumigen Adjektiven bis hin zu zahlreichen Synonymen und Fremdwörtern bietet. Tatsächlich können Sie damit heutzutage vor allem Menschen mit einem gehobenen Bildungsniveau erreichen, die „breite Masse“ aber hätte es gern einfach und verständlich in Schrift und Gestaltung.
Denken Sie an ihre eigenen Erfahrungen. Was spricht sie bei einem Museumsbesuch mehr an: die Infotafel mit langem, ausführlichen Erklärungstextblock oder jene mit Absätzen, Zwischenüberschriften und kurzen „Informationshäppchen“?
Unter Berücksichtigung aller Aspekte der SWOT Analyse wird schnell klar: KI kann auch im Bereich von Einfacher bzw. Leichter Sprache bereits unterstützen. Man sollte sich jedoch nie vollständig auf das verlassen, was einem die Künstliche Intelligenz liefert. Vorwissen zur Thematik hilft beim richtigen Prompting und der Beurteilung der Ergebnisse.
- Schnelligkeit
- Flexibilität
- Kosteneinsparung (?)
- Integration in Datenbanksysteme
- KI sieht den Text nicht im Kontext/Zusammenhang mit anderen
- KI übersetzt oft 1:1, dies ist allerdings meist nicht sinnvoll (Relevanz für Zielgruppe nicht berücksichtigt)
- Keine Prüfgruppe bzw. unabhängig Überprüfung
- Keine Zertifizierung durch Siegel/Logo möglich
- Neue Zielgruppen erschließen/erreichen
- Lesemotivation bei allen steigern
- USP schaffen „Wir entwickeln Angebote für Alle Menschen“
- Sich unglaubwürdig machen
- Kernbotschaften aus Ursprungstext können verloren gehen
- KI kann Intention des Ursprungstextes nicht rüberbringen
- Qualitätsunterschiede
Auch der TourComm Content Creator kann Ihre Texte in Einfache Sprache übersetzen.
Für Leichte Sprache sollten Sie sich allerdings zum aktuellen Stand immer bei Experten rückversichern. Unsere Partnerin Gisela Moser von MosGiTo, bietet etwa Schulungen zum Thema und Online-Austausch Formate im zweimonatigen Turnus.
Über das Netzwerk Leichte Sprache finden Sie zudem passende Übersetzer und/oder Prüfgruppen.