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Nadine Gehrisch | März 2026
Wir beleuchten, warum Wertschätzungsprogramme wie BremenPay ein neuer Ansatz für nachhaltige Besucherlenkung sind.
Nachhaltigkeit ist im Tourismus längst ein zentrales Thema. Viele Städte investieren in klimafreundliche Mobilität, regionale Angebote und ressourcenschonende Infrastruktur. Dennoch bleibt eine Herausforderung bestehen: Nachhaltige Angebote sind häufig vorhanden, werden von Gästen jedoch wenig wahrgenommen oder genutzt. Klassische Kommunikation stößt hier an ihre Grenzen, da sie oft zu abstrakt oder belehrend wirkt.
Ein neues Konzept setzt genau an diesem Punkt an: Wertschätzungsprogramme. Statt nachhaltiges Verhalten einzufordern, wird dieses belohnt. Dieser Perspektivwechsel macht Nachhaltigkeit greifbarer und motiviert Gäste, freiwillig nachhaltige Entscheidungen zu treffen, da sie einen direkten Mehrwert erleben.
Ein internationales Vorbild für Programme dieser Art ist CopenPay aus Kopenhagen. Das Programm zeigte mit seinem Pilotprojekt 2024, wie wirkungsvoll dieser Ansatz sein kann. Besucherinnen und Besucher erhielten Vorteile bei rund 20 Partnerattraktionen, wenn sie beispielsweise mit der Bahn anreisten, das Fahrrad nutzten oder sich an Umweltaktionen wie Urban Gardening beteiligten. Dadurch wurde Nachhaltigkeit nicht nur kommuniziert, sondern aktiv erlebbar gemacht.
Die Wirkung war schon im nächsten Sommer spürbar: Ein nennenswerter Anstieg der alternativen Anreisen war zu erkennen, es gab mehr Fahrradverleihe und die Beteiligung an Aufräumaktionen stieg. So wurde CopenPay auch 2025 mit noch mehr Partnern veranstaltet und soll weiterhin Bestandteil der Hochsaison in Kopenhagen sein. Das Projekt hat zudem weltweit Aufmerksamkeit erregt und dient inzwischen vielen Städten als Inspiration.
Auch in Deutschland wird dieser Ansatz aufgegriffen. Mit BremenPay startet im Mai 2026 ein Pilotprojekt, das nachhaltiges Verhalten von Besucherinnen und Besuchern der Stadt gezielt belohnt. Wer etwa klimafreundlich anreist oder vor Ort nachhaltige Angebote nutzt, erhält bei den rund 30 lokalen Partnern konkrete Vorteile. Dabei spielen längere Aufenthalte eine Rolle, die in verschiedenen Hotels mit Rabatten honoriert werden. Aber auch die Fortbewegung mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder per Rad. Die Vorgehensweise ist bewusst einfach gehalten: Als Beweis genügt ein gekauftes Ticket oder ein Foto, eine digitale Karte mit allen teilnehmenden Partnern und Aktionen dient zudem als Übersicht.

Parallel dazu plant auch Berlin im Sommer 2026 eine eigene Initiative mit Fokus auf dem Wassertourismus. Damit wird deutlich, dass sich Wertschätzungsprogramme zunehmend als skalierbares Modell für Städte etablieren. Sie verbinden nachhaltige Ziele mit touristischem Mehrwert und stärken gleichzeitig die lokale Wirtschaft durch die Einbindung von Partnerbetrieben.
Für Städte und Kommunen bieten diese Programme mehrere Vorteile. Sie lenken Besucherströme gezielt in nachhaltigere Bahnen, indem sie klimafreundliche Anreise, längere Aufenthalte oder die Nutzung umweltfreundlicher Mobilität attraktiver machen. Gleichzeitig erhöhen sie die Aufenthaltsqualität, da Gäste bewusster unterwegs sind und intensiver mit der Destination interagieren. Aktionen dieser Art tragen zur positiven Positionierung einer Stadt oder Kommune bei, da sie Innovation und Verantwortungsbewusstsein sichtbar machen.
Auch für teilnehmende Partner ergeben sich klare Mehrwerte: Lokale Betriebe profitieren von zusätzlicher Sichtbarkeit, neuen Gästekontakten und einer stärkeren Auslastung. Ohne großen Kosten- und Zeitaufwand. So werden zum Beispiel geschenkte Slots bei Attraktionen oft noch einmal kostenpflichtig verlängert. Auch kommen viele Gäste wieder, wenn ihnen ein Hotel oder ein Museum gut gefallen haben. Darüber hinaus entsteht eine engere Vernetzung innerhalb der Destination, da unterschiedliche Akteure gemeinsam an einem zukunftsorientierten Angebot arbeiten. Insgesamt tragen Wertschätzungsprogramme so nicht nur zur Nachhaltigkeit bei, sondern stärken auch die lokale Wertschöpfung und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit einer Stadt.
Wertschätzungsprogramme zeigen einen klaren Wandel in der Nachhaltigkeitskommunikation. Nachhaltigkeit wird nicht mehr nur erklärt, sondern durch konkrete Erlebnisse vermittelt. Genau darin liegt ihre Stärke – und ihr Potenzial für die Zukunft des Städtetourismus.
Der Erfolg solcher Programme hängt stark von ihrer Sichtbarkeit und möglichst einfacher Nutzerführung ab. Genau hier können digitale Lösungen ansetzen. Tools wie MAQNIFY Play ermöglichen es, Wertschätzungsprogramme direkt in die Customer Journey zu integrieren. Als digitale Guides führen sie Gäste durch nachhaltige Angebote, machen Belohnungen sichtbar und schaffen zusätzliche Anreize zur Teilnahme – im richtigen Moment und am richtigen Ort.
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